Schülerworkshops

Im Rahmen des Festivals wird es am Mittwoch, den 23.09.2015 auch einen Schüler-Workshoptag geben, an dem ihr euch in 20 verschiedenen Workshops selbst als Forscher in ganz verschiedenen Gebieten des alltäglichen Zusammenlebens versuchen könnt. Im Mittelpunkt jedes Workshops steht eine Frage. Idee der Workshops ist es, dass ihr euch jeweils gemeinsam mit einem Theaterpädagogen/in bzw. Künstler/in und einem/r sogenannten „Experte/in des Alltags“ eurer Workshopfrage gemeinsam nähert, mögliche Antworten erforscht und als Gruppe ein Laboratorium bildt. Am Ende des Tages präsentiert ihr mit eurer Workshopgruppe eure Forschungs-Ergebnisse den anderen Workshop-Gruppen in Form eines Laboratorienrundgangs im Boulevardtheater Dresden.

Die Wahl der Workshops

In der unten stehenden Liste findet ihr kurze Beschreibungen zu den 20 Workshops, die zur Wahl stehen. Dort könnt ihr außerdem auch nachlesen, mit welchen Workshopleiter/innen und Experten/innen des Alltags ihr in den jeweiligen Workshops zusammenarbeiten werdet. Es können maximal 15 Teilnehmer/innen an einem Workshop teilnehmen.

An eure Spielleiter/innen sind bereits zum Spielleiter-Vorbereitungstreffen am 17. Juni 2015 Listen für die Auswahl eurer Wunsch-Workshops ausgeteilt worden. Die Liste findet ihr hier auch nochmal digital zum Download:

Liste Workshop-Auswahl

Bitte beachtet, dass sich maximal jeweils drei Personen aus einem Bundesland für den gleichen Workshop eintragen sollten. Denn Ziel des Workshoptages ist es auch, neue Leute kennenzulernen und mit den Spieler/innen aus den anderen Schultheatergruppen gemeinsam zu forschen und zu spielen.

1. Warum brauchen wir Kontakt zu anderen Menschen?
Tanz- und Improvisationstheater

Im Workshop entsteht eine Forschungssituation, in der die Teilnehmer/innen selbst zu Probanden der Experimente werden. Mit Hilfe von zeitgenössischen Tanz- und Improvisationstechniken werden bewegte Experimente durchgeführt. Das Simulieren von Schwarmaktivität ist eine davon, Paarungs- und Streitverhalten weitere. Mögliche Fragestellung sind: Wie wirkt menschlicher Kontakt auf den Körper?

Wie (lange) halte ich das Alleinsein aus? Wie lange halte ich intensiven Kontakt aus? Welche Dynamiken verstecken sich im ewigen „Komm her! Geh weg!“?

Jedes Experiment soll durch gegenseitiges, aktives Beobachten mit Auswertungskriterien und dem Dokumentieren mit Kameras analysiert werden. Vielleicht formulieren die Teilnehmer/innen am Ende des Tages eine performative Antwort auf die Frage: Warum brauchen wir Kontakt zu anderen Menschen?

Altersempfehlung: ab 9. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten bequeme Kleidung für viel Bewegungsfreiheit tragen.


2. Warum gibt es Religionen?
Chorisches Theater

Warum gibt es Religionen?
Woran glaubst du?
Was hat das mit mir zu tun?

Anhand dieser drei Fragen untersuchen wir verschiedene Spielarten des chorischen Theaters. Mittels Interviews und antiker Bücher werden wir nach vergessenen Wahrheiten forschen, um die Grenzen zwischen Individuum und Gesellschaft auf der Bühne als Chor auszuloten. Wir denken laut und theatral. Wir durchbrechen, demontieren, maskieren, vervollständigen. Chor bedeutet Gefahr. Chor gegen Chor. Chor gegen den Einzelnen. Chor ist ein Kraftfeld.

Altersempfehlung: ab 4. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten bequeme und einfarbige (rot, blau, grün, gelb, schwarz oder weiß) Kleidung tragen.


3. Warum reden wir?
Theater und Sprache

Warum reden wir? – ist nicht irgendeine Frage, es ist vielmehr die Grundsatzfrage der menschlichen Entwicklung, die bis heute noch nicht wissenschaftlich geklärt und beantwortet werden konnte. Aber eine Welt ohne Sprache und Sprechen wäre für uns undenkbar. Die Sprache ist das, was uns zu Menschen macht und uns so von allen anderen Lebewesen auf der Welt unterscheidet. Unser gesamtes menschliches Zusammenleben, unsere Kultur und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen basieren auf der Fähigkeit des miteinander Sprechens. Lasst uns auf eine spannende und erlebbare Suche gehen, um das Rätsel um diese große Frage zu beleuchten oder gar zu entschlüsseln. Uns interessieren dabei eure Erfahrungen und eure Meinungen: Warum redet ihr? Wie redet ihr? Mit wem redet ihr über was? usw. Unser Instrument und Arbeitsmaterial wird dabei die Stimme sein und all die Geräusche, Töne, Klänge, Emotionen bis hin zu Wörtern, die sie erzeugen und ausdrücken kann. Wir werden gemeinsam experimentieren und wir erforschen das Thema mit Hilfe des Theaterspiels, der Improvisation, der Körper-Stimm-Arbeit und der Praxis aus dem Rundfunk- und Hörspielbereich.

Altersempfehlung: ab 7. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten bequeme Kleidung und leichte Schuhe oder Socken mitbringen.


4. Was sollte ich über dich wissen, was ich niemals fragen würde?
Biografisches Theater

Jeder hat Geheimnisse. Peinliche Geheimnisse, belastende Geheimnisse, kleine und große Geheimnisse. Jeder zieht Grenzen. Zwischen sich und den anderen. Nicht alles will man über sich verraten. Und nicht alles traut man sich den anderen zu fragen. Was geben wir von uns preis? Warum verschweigen wir manches? Erst unsere Geschichten machen den Menschen erkennbar. In dem Theater-Workshop beschäftigen wir uns mit Biografien, mit Rechtfertigungsstrategien für unser Handeln und mit den moralischen Fragen, die damit verbunden sind. Biografien verlaufen nicht immer geradlinig, sondern sie haben Brüche. Warum werden Menschen kriminell? Warum handeln sie „richtig“ oder „falsch“? Wie sehen Täter und Opfer ein und dieselbe Straftat? Mit Techniken und Methoden des biografischen Theaters sollen Geschichten aus der Kriminalität auf der Bühne lebendig werden. Dabei wird natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen, denn es geht immerhin um das, was uns alle verbindet – Theater!

Altersempfehlung: ab 10. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten in jedem Fall bequeme Kleidung mitbringen und etwas zum Schreiben.


5. Wie geht verlieben?
Kreatives Schreiben

Wie geht das, sich verlieben? Welche Zutatenliste muss ich abgehakt haben, welches Szenario heraufbeschwören? Gibt es Standardeinstellungen, die man vornehmen muss, damit es funkt? Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert. Tausend und eine Nacht und warum hat es dann Zoom gemacht? Gibt es Gesprächsthemen, bei denen man sich leichter verliebt? Welche Kopfhaltung, welcher Blick, welche Gestik schafft, dass wir hin und weg sind?
Wir ergründen das perfekte Setting für den Moment, der still steht, wenn es so weit ist, wenn es passiert, wenn man sich verliebt. Was spielt alles mit in diesen Moment hinein? Wie geht der Text, wer führt Regie? Wie ist das Licht, und wird Musik gespielt? Wir tauchen ein in die großen Liebes lme, forschen nach den funkensprühenden Momenten und schreiben uns in die Herzen unseres Publikums. Wir schaffen, dass auch dein Herz höher schlägt!

Altersempfehlung: ab 11. Klasse


6. Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?
Tanztheater

Die zentralen Fragen der Menschheit im Großen, aber auch für jeden einzelnen von uns. In diesem Workshop werden wir diesen Fragen tänzerisch und mit viel Neugierde auf den Grund gehen. Dafür lassen wir uns inspirieren von den wundervollen Texten, Bildern und Erkenntnissen über das Weltall, Geburt und Tod von Sternen, Entstehung von Strukturen, schwarze Löcher, etc. von Prof. Dr. Michael Soffel , Astronom an der Technischen Universität Dresden.
Zeit, Raum und Schwerkraft sind ebenso die zentralen Themen im zeitgenössischen Tanz und im Hip Hop. Wie funktioniert ein Schwung, eine Drehung, ein Sprung, aber auch wie verhalten wir uns als Gruppe in einem Raum, wie reagieren wir, wenn es eng wird, wie organisieren wir uns miteinander und wie viel Spaß kann Chaos machen. Funkige Musik, Rhythmus, Groove, Tanzen, Spielen und Ausprobieren mit Bewegung. Hip Hop, Modern, Street – mit viel Spaß und ohne Druck , Tanzschritte und Choreografien lernen, aber auch selber Bewegungen mit anderen er finden und entwickeln.

Altersempfehlung: ab 7. Klasse
Für den Workshop sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Teilnehmer/innen sollten angenehme und bewegungsfreundliche Kleidung mitbringen.


7. Woher kommen wir?
Objekttheater

Zusammen mit der Expertin des Alltags, der Hebamme Heike Erlenkämper, erforschen wir die Ursprünge, den Anfang, den Beginn von…? Uns als Person? Der Welt? Materie? Es wird also ein wenig philosophisch, ihr als die Teilnehmer seid gefragt! In einer Einführung in das Puppen- und Objekttheater werden wir Dinge zum Leben erwecken und ihnen Charakter verleihen. Wie atmet ein Stück Stoff? Kann ein Kissen tanzen? Wie spielt man zu zweit, zu dritt, zu viert eine gemeinsame Puppe? Welche Geschichten können Objekte erzählen? Wir arbeiten sowohl in kleinen Gruppen als auch als gesamte Gruppe, um große Bilder zu erzeugen und beim Zuschauer Illusionen zu schaffen. In Verbindung mit unserem Thema er nden wir Szenen und Texte, um für die abschließende Präsentation unsere eigene Antwort auf die Frage „Woher kommen wir?“ zu geben.

Altersempfehlung: ab 4. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten schwarze/dunkle Kleidung, falls vorhanden schwarze/dunkle Mützen, schwarze/dunkle Handschuhe, schwarze/ dunkle Schuhe oder Socken und jeweils eine Schere mitbringen.


8. Wie fühlen wir?
Commedia dell´arte

In diesem Workshop beschäftigen wir uns vor allem mit dem Zusammenspiel von Körper und Gefühl. Mit Unterstützung einer Psychologin/ Psychotherapeutin wollen wir der Frage nachgehen, wie Emotionen, Körperhaltungen und Körperreaktionen einander beeinflussen und verändern. Im Spiel werden wir uns zunächst mit der Darstellung verschiedener Emotionen befassen. Dabei wollen wir auf die Suche gehen nach Körperhaltungen und Reaktionen, die mit bestimmten Emotionen in Verbindung stehen. Diese Arbeit soll uns als Basis dienen, wenn wir uns im weiteren Verlauf des Workshops der Darstellung der Figuren der Commedia dell‘ Arte widmen.
Commedia dell’ Arte ist eine sehr körperliche Theaterform die im 16. Jahrhundert unter Jahrmarktskünstlern entstanden ist und zu damaligen Zeiten in allen Gesellschaftsschichten sehr populär war. Die Essenz dieser Theaterform liegt in den Figuren, die sie erschaffen hat. Die Figuren stellen universelle Typen dar, deren Charakteristika man überall finden kann, nicht nur im Theater. Die Schauspieler der Commedia dell’Arte, zu denen auch das erste Mal Frauen gehörten, waren ihrer Zeit voraus, denn sie entwickelten bzw. improvisierten ihre eigenen Stücke und arbeiteten demokratisch miteinander. Das heutige Europäische Theater hat seine Wurzeln in der Commedia dell’ Arte, denn jeder Theaterstil wurde dadurch in gewisser Weise beeinflusst.

Altersempfehlung: ab 9. Klasse


9. Warum gibt es Krieg?
Game Theatre

Seit dem Aufkommen von privaten Computern und digitalen Spielgeräten interessiert sich unsere Gesellschaft zunehmend für Interaktivität und Spiel. Vor etwa zehn Jahren waren Spiele noch das Spezialinteresse einer kleinen Subkultur – heute spielt die ganze Gesellschaft. Dadurch verändern sich auch ›Offline‹-Medien: Immer mehr Game-Formate finden Eingang in die Theaterszene und stellen die Künstler und das Publikum vor neue Herausforderungen. Von ›Risiko‹ bis ›Call of Duty‹ sind auch militärische Konflikte ein konventionelles Thema von Spielen. Derweilen gibt es in der echten Welt beständig Kriege. Seit dem Jahrtausendwechsel rücken Konflikte geografisch und politisch wieder näher an die mitteleuropäische Gesellschaft, die einst versprochen hatte, nie wieder Krieg führen zu wollen. Heute müssen wir uns wieder die Frage stellen: Warum gibt es Krieg?
Im Workshop Game Theatre wollen wir selbst theatrale Games entwerfen, diskutieren und versuchen, Antworten auf diese Frage zu finden.

Altersempfehlung: ab 9. Klasse


10. Was ist Veränderung?
Puppentheater

Eine Metamorphose vom leblosen Objekt zur beseelten Figur. Was erzählt uns ein bestimmtes Material? Welche Geschichte steckt in einer ungewöhnlichen Form? Wir, eine Puppenspielerin und eine Schauspielerin, werden mit Euch einen ganzen Tag lang bauen, experimentieren und spielen. Alle Teilnehmer stellen im Verlauf des Workshops ihre eigene Puppe her. Zunächst spielen wir mit den rohen Materialklötzen aus Schaumstoff. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wir zeichnen Entwürfe auf Papier. Jetzt wird die Kopfform aus dem Schaumstoff herausgeschnitten, Nase, Mund, Kinn, Augen eingearbeitet … Schon entsteht ein ganz eigenes Wesen.
Wie stolpert oder rennt es? Hat es geseufzt? Was denkt es? Sobald sich jede/r Spieler/in mit der eigenen Puppe anhand gemeinsamer Übungen vertraut gemacht hat, wird sie wieder verändert. Und jetzt? Wie spricht die Figur? Ist sie alt oder jung? Quirlig? Total verpennt? Indem sich die Puppen Schritt für Schritt verändern, verändern sich auch die Geschichten, die sie erzählen, verändern sich die Spieler/innen, die mit ihnen agieren. Zum Abschluss entwickeln wir kleine Szenen, die wir am Abend präsentieren.

Altersempfehlung: ab 7. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten bequeme und probengeeignete Kleidung tragen, die beim Basteln und Bauen auch etwas leiden darf.


11. Was ist Geld?
Storytelling

Scheine, Moneten, Kohle. Money. That´s what I want. Wieso, woher und warum haben diese Papierstücke solche Macht? Ist Geld ein Alien? Geht es ohne? Geht es mit, aber ohne Probleme? Wieso ist es immer knapp? Woher kommt es und wohin geht es? Hat es ein Verfallsdatum? Was ist es überhaupt? Kann ich es annehmen, verschenken, bedingungslos weggeben, verschwenden, verbrennen, verschwinden lassen, er nden, empfangen, Fremde danach fragen, eintapezieren, transformieren, wegzaubern, herzaubern?
Wir sammeln Geldfragen, er nden Geldexperimente und spielen mit den Ergebnissen.

Altersempfehlung: ab 8. Klasse


12. Warum setzen wir uns Ziele im Leben?
Biografisches Theater

Wo fangen wir an? Ganz vorne? Nein, vielleicht rollen wir das Ganze doch eher von hinten auf… Wo stehe ich gerade, was sind meine Ideen, Träume, Wünsche – ja, und auch Ziele? Wie bin ich dahin gekommen, was und wer hat mich geprägt und wenn überhaupt: Wie stark?
Ziele sind Endpunkte. Möglichkeiten des Ankommens. Aber eben auch des (Be)Endens. Soll das so sein? Sagen nicht immer alle: Der Weg ist das Ziel? Klingt nicht immer ganz logisch. Aber denken wir mal ans Reisen – der Weg, der uns irgendwohin bringt, ist ein großer Teil des Ganzen. Wir sind das ganze Leben lang Reisende. Auf der Suche nach Erfahrungen, Schätzen, Begegnungen – und auch Zielen. Denn irgendwann wollen wir ankommen, etwas „aufbauen“… Warum streben die Menschen nach Endpunkten? Die Erde dreht sich doch auch weiter – bliebe sie stehen, wäre es fatal.
Im Workshop werden wir uns auf eine „Forschungsreise“ begeben – zusammen, allein, zu anderen und zu uns. Wir durchforsten eigene Ideen und Wünsche, stecken Etappen ab und enden… am Anfang?

Altersempfehlung: ab 10. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten bequeme, lockere Kleidung tragen, mit der man auch auf dem Fußboden liegen kann und  exible Schuhe bzw. dicke, rutschfeste Socken. Außerdem sollten sie einen Gegenstand mitbringen, der ihr Leben geprägt hat bzw. der ihnen extrem wichtig ist.


13. Was ist Freiheit?
Poetry Slam

Freiheit. Gibt es das überhaupt? Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Wer oder was schränkt sie ein und dürfen die das? Wie frei ist unsere Vorstellung von Freiheit? Diese und alle anderen Fragen rund um das Thema Freiheit werden wir in diesem Workshop besprechen. Frei nach dem Motto: Die Komplexität der Fragen ist aufregender als einfache Antworten. Nachdem wir uns gemeinsam das Thema erarbeitet haben, sollen die Teilnehmer/innen unter Anleitung ihre Erkenntnisse in literarische Texte überführen. Begleitet werden sie dabei von der Frage, wie man von einem Thema auf eine Textidee und deren Umsetzung auf Papier und Bühne kommt bis zu allen handwerklichen Aspekten der Textproduktion. Dabei ist alles erlaubt: Kurzgeschichte, Lyrik, Szene, Dada und Gaga. Es geht darum, Spaß zu haben, am Denken, am Schreiben, am Performen und der Auseinandersetzung darüber mit anderen. Was am Ende dabei entstanden sein wird, bestimmen die Teilnehmer/innen. Sicher ist: Wir werden es am Ende des Tages vor Publikum präsentieren.

Altersempfehlung: ab 10. Klasse


14. Warum hat das Leben keine Reset-Taste?
Improvisationstheater

Was, wenn du noch einmal die Zeit zurückdrehen könntest? Welches ist dieser eine Punkt in deinem Leben, ab dem du alles ganz anders machen würdest? Oder folgen wir immer und immer wieder den gleichen Mustern? Diesen und anderen Fragen werden wir uns in diesem Workshop durch Techniken des Improvisationstheaters annähern. Improvisation heißt nicht zu wissen, was man spielt, aber immerhin, DASS man spielt. Als quasi leeres Blatt stehen wir auf der Bühne und er finden aus dem Stehgreif gemeinsam neue Geschichten, die es so noch nicht gibt. Das benötigt Mut, sich in dieses Abenteuer zu stürzen, aber vor allem auch eine gute Zusammenarbeit der Spieler untereinander. In diesem Workshop arbeiten wir an eurer Spontanität und Kreativität, dem Vertrauen in euch selbst und eure Mitspieler, eurer Zusammenarbeit, eurem individuellem Spielstil und der Geschwindigkeit eurer Ideenproduktion. Und das natürlich mit viel Neugier und Spielspaß. Thematisch bewegen wir uns dabei entlang der Wendepunkte eines Lebens, dem Wunsch die Zeit anzuhalten und zurückzudrehen und sich immer wieder anders entscheiden zu können.

Altersempfehlung: ab 9. Klasse


15. Wie weit darf man gehen?
Performance Art

Zusammen gehen wir der Frage nach „Wie weit darf man gehen?“ im Rahmen der aktuellen Flüchtlingssituation: Darf man Flüchtlinge in Container sperren? Darf man Flüchtlinge heiraten, um ihnen den Aufenthalt zu erhalten? Und wie kann man sie am sozialen Leben in einer Stadt teilhaben lassen? Und inwiefern sind selbst unsere eigenen Familiengeschichten mit der Situation von Flucht und Auswanderung verbunden?
Mit Mitteln künstlerischer Feldforschung recherchieren wir gemeinsam in einem Flüchtlingsheim in Dresden über die Lage von Flüchtlingen und ihre biogra schen und politischen Hintergründe. Aus unseren Beobachtungen entwickeln wir eine Performance, die danach fragt, wie wir uns im Angesicht der aktuellen Lage ethisch verhalten können und Einspruch gegen Ausländerfeindlichkeit erhebt.

Altersempfehlung: ab 9. Klasse


16. Wie viele Prüfungen stellt einem das Leben?
Clownstheater

Wie viele Prüfungen stellt einem das Leben? Einem Clown stellt es Prüfungen am laufenden Band. Aber dafür kommen Clowns mit diesen Prüfungen besonders gut zurecht, denn sie geben niemals auf. Sie setzen ihre ganze Kraft und all ihr Können ein, um wirklich großartigen Mist zu bauen. Sie finden immer eine Lösung, meistens eine überraschende. Wenn sie (wieder mal) vom Regen in die Traufe kommen, nehmen sie eine Dusche und wenn sie (wieder mal) ins Fettnäpfchen treten, cremen sie sich damit gleich die Schuhe ein.
Wir lernen und erkunden im Workshop, wie man es (als Clown und als Darsteller) genießt, wenn alles schief geht. Wie man sich auf der Bühne Zeit lässt, auch wenn eigentlich nichts passiert. Wie man als Clown direkt mit den Zuschauern spielt, nach welchen Regeln man improvisieren kann, damit ganz von selbst die schönsten Probleme entstehen.

Altersempfehlung: 4. – 8. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten mitbringen: ein Kleidungsstück, das ihnen deutlich zu groß ist (Jacke, Hose, Pullover, Schuhe) und einen Gegenstand ihrer Wahl – irgendetwas zwischen Brotbüchse, Bügeleisen, Abwaschbürste, Müllschaufel, Buch (nichts aus Glas oder etwas leicht zerbrechliches, nichts spitzes oder sonstwie verletzungsgefährdendes).


17. Warum wohnen wir in Häusern und andere auf der Straße?
Intervention & Site specific

Wohnst du noch oder lebst du schon? Wie wohnst du? In dem elterlichen Haus, in der gemeinsamen Wohnung, in deinem eigenen Zimmer? Was ist das Besondere daran? Wie ist das hingegen auf der Straße? Hat man dort auch sein eigenes Zimmer? Was ist erstrebenswert daran, auf der Straße zu leben? Und warum sagt man nicht‚ auf der Straße wohnen‘? Diesen Fragen wollen wir in unserem Workshop nachgehen.
Dafür untersuchen wir spielerisch erst einmal unsere eigene Wohn-Situation. Danach gehen wir hinaus in die Stadt: Mit verschiedenen ästhetischen Aufgaben im Gepäck erforschen wir unser Umfeld und stoßen womöglich auf ganz neue Sichtweisen.

Altersempfehlung: ab 8. Klasse
Die Teilnehmer/innen sollten witterungsgerechte Kleidung mitbringen, die auch schmutzig werden darf.


18. Wozu ist Technik da?
Circuit Bending

Im Circuit Bending-Workshop werden die Teilnehmer gemeinsam mit dem Workshopleiter Alwin Weber und dem Experten des Alltags, dem Direktor der Technischen Sammlungen Dresden, Roland Schwarz, eine interaktive Klanginstallation konzipieren, bauen und anschließend dem Publikum vorführen.
Beginnen wird der Tag mit Gesprächen und der Planung des Projekts. Die Teilnehmer werden anschließend in die Kunst des Lötens eingeführt und machen sich mit einfachen elektronischen Bauteilen vertraut. Anschließend arbeiten sie in zwei Gruppen an der elektronischen Schaltung und der Gestaltung des Gehäuses. 
Im letzten Teil des Workshops entwickeln alle Teilnehmer gemeinsam eine musikalische Präsentation der Installation, die im Rahmen des Festivals aufgeführt wird. Die Installation soll später in den Technischen Sammlungen Dresden ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Altersempfehlung: ab 6. Klasse


19. Warum zerstören wir die Welt?
Objekttheater

Seit seiner Entstehung nimmt der Mensch Einfluss auf seine Umwelt. Mehr als Tiere ist er in der Lage, die Umwelt zu nutzen und sie nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste. Verschmutzung und Verwüstung sind offensichtlich: stinkende Luft, leblose Flüsse und Seen, leer gefischte, mit Müll angefüllte Ozeane, radioaktiv verseuchte Landstriche. Die Liste der ausgerotteten Tierarten ist endlos.
Warum machen wir das? Weil wir es können? Oder: weil wir nicht anders können? Nach uns die Sintflut? Wo ist der Unterschied zwischen Umgestaltung und Zerstörung? Muss es immer erst wehtun? Ist die Welt noch zu retten? Wenn ja, wie? Was brauchen wir dafür?
Im Workshop experimentieren wir mit Gebrauchsgegenständen und Fundstücken aus Alltag und Natur. „Leblose“ Dinge und Materialien werden durch Atem, Stimme und Bewegung „zum Leben erweckt“. Wir verwandeln Materialen, geben ihnen neue Funktionen, machen Unsichtbares sichtbar und erforschen so das Wesen von Zerstörung und Rettung. Wir beenden unsere Forschungsreise an diesem Tag mit einer Präsentation unserer selbstentwickelten Objekttheater-Szenen.

Altersempfehlung: ab 5. Klasse


20. Ist das Nichts doch Etwas?
Szenografie

Schwarze Löcher kennt doch jeder, oder? Schon mal gehört von diesen Monstern im Weltall, die alles anziehen was sie umgibt? Sonnen und Planeten werden einfach verschluckt und verschwinden in einem Punkt. Und sonst ist da Nichts, nur der leere Raum. Die schwarzen Löcher werden dabei schwerer und schwerer. In ihrem Umkreis bleibt das Licht gefangen, die Zeit verwandelt sich in Raum und umgekehrt! Der Astro-Physiker Gerhard Börner erforscht seit vielen Jahren diese besonderen Vorgänge im Universum. Wir verbringen einen Tag mit ihm und können Fragen stellen: Wie erkundet ein Forscher diese Gebilde? Wie geht er dabei vor? Und was sind unsere Vorstellungen von diesen Schwerkraftmonstern, von den Galaxien, von den unendlichen Weiten des Universums? Wie verändert sich unser Blick auf unser eigenes Leben, wenn wir uns als Teil des Weltalls begreifen? Für eure Entdeckungen suchen wir gemeinsam mit der Bühnenbildnerin Rita Hausmann nach szenografischen Bildern. Wir experimentieren mit unterschiedlichen Materialien, um eure Gedanken und Gefühle räumlich erfahrbar zu machen. Wie geht das, etwas, was nicht zu sehen ist, auf der Bühne zu zeigen? Wir schaffen Raum für das Nichts!

Die Teilnehmer/innen sollten mitbringen: Ein dunkles T-Shirt und kleine Lichtquellen, wie batteriebetriebene LED-Fahrradlichter (für vorn oder hinten), Taschenlampen o.ä.


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