Sprichworte

 

 


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Warum heißt es eigentlich "Puff"?


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Wenn ein Mann heute in den Puff geht, dann besucht er in der Regel ein Bordell. Noch vor wenigen Jahrhunderten wäre sein Vorhaben jedoch weitaus weniger anrüchig gewesen, denn der Ausdruck "Puff" bezeichnete ursprünglich etwas ganz anderes.

Ein Bild aus dem mittelalterlichen "Codex Manesse" zeigt zwei Männer beim Wurfzabelspiel. © picture-alliance / akg-images

Im Mittelalter auch unter dem Namen Wurfzabel bekannt, war Puff ein harmloses Würfelspiel, das stark dem heutigen Backgammon ähnelte. Es existierten zahlreiche Varianten, etwa Russisches Puff, Holländisches Puff oder das französische Tric Trac. Der Name Puff selbst soll laut Sprachforschern auf das Geräusch zurückgehen, das sich durch die aufschlagenden Würfel ergab.

Vermutlich im Laufe des 18. Jahrhunderts änderte sich die Bedeutung des Begriffs. Unter Herren bürgerten sich die Wendungen "zum Puff gehen" oder "mit einer Dame Puff spielen" als scheinheilige Ausrede ein, wenn sie in Wahrheit ein Freudenhaus aufsuchten. Die verschlüsselte Bedeutung wurde schnell entlarvt und übertrug sich auf das Wort "Puff", das seither als Synonym für Bordell verstanden wird.


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Ein Stein im Puffbrett

Vom Brettspiel Puff leitet sich übrigens auch eine weitere Redewendung im Deutschen ab: Bei jemanden einen Stein im Brett haben geht darauf zurück, dass man auch bei dem Backgammon-Vorfahren mit seinen Spielsteinen taktieren musste. Wer die Felder richtig besetzte und den Gegner blockierte, hatte "einen guten Stein im Brett". Im übertragenen Sinn wurde dann später auch ein wichtiger Freund als "guter Stein im Brett" bezeichnet, was sich zur heutigen Formulierung weiterentwickelte.


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Die Sache mit dem Hecht

Der Hecht ist ein Raubfisch und als Störenfried bekannt - da liegt nahe, woher die Redensart "den Hecht im Karpfenteich spielen" kommt. Aber warum wird ein Draufgänger als "toller Hecht" bezeichnet und wieso zieht es bei geöffnetem Fenster "wie Hechtsuppe"?

Die Bezeichnung "toller Hecht" für einen Draufgänger gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Vorher stand das Wort "Hecht" neben dem Fisch für einen räuberischen Menschen, der andere ausplündert. "Unter dem Hecht verstehe ich alle Wüteriche, die die armen Leute fressen und auch ihre eigenen Verwandten zu Grunde richten", schreibt der bayerische Naturforscher und Theologe Konrad von Megenburg um 1350 in seinem "Buch der Natur". Diese Definition passt durchaus auch auf den Raubfisch, der dafür bekannt ist, neben anderen Fischen auch die eigenen Artgenossen zu fressen. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung des Wortes jedoch ins Positive - der Grund dafür ist nicht bekannt.

 


 

Der Hecht
 

Der Hecht ist ein Raubfisch mit großem Maul und spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen. Er lebt in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens, wo er Fische, Frösche und Vögel jagt. Der beliebte Angel- und Speisefisch wird bis zu zwei Meter lang, 50 Kilogramm schwer und 20 bis 30 Jahre alt.


Unruhestifter: Der Hecht im Karpfenteich

Wer als "Hecht im Karpfenteich" bezeichnet wird, der bringt Unruhe in eine langweilige, nicht sehr aktive Umgebung und übernimmt darin eine besondere oder führende Rolle. Genau so verhält sich der Hecht in der Natur: Der Raubfisch jagt die trägen Karpfen hin und her, lässt sie nicht zur Ruhe kommen und sorgt damit für Unruhe im Teich.

Historische Hecht-Vergleiche

Der deutsche Historiker Heinrich Leo verglich im 19. Jahrhundert den französischen Kaiser Napoleon III. mit einem Hecht, da er als politischer Störenfried das Gleichgewicht der europäischen Kräfte störe. Dieses Bild griff 1888 Reichskanzler Otto von Bismarck auf, als er die Position Deutschlands zwischen den kriegerisch gesinnten Nachbarstaaten Frankreich und Russland beschrieb: "Die Hechte im europäischen Karpfenteich hindern uns, Karpfen zu werden".

 

 

Es zieht wie Hechtsuppe

Hechtsuppe
Auch wenn die sprichwörtliche "Hechtsuppe" nicht essbar ist, steckt in der Redensart ein Wortspiel: Fischsuppen müssen im Allgemeinen lange ziehen.

Die Redensart "Es zieht wie Hechtsuppe" passt eigentlich nicht in diese Reihe - sie hat nur auf den ersten Blick etwas mit Fisch oder einer Suppe zu tun. "Hechtsuppe" setzt sich aus den jiddischen Worten "hech" ("wie") und "supha" ("Sturm") zusammen. Wenn es also "wie Hechtsuppe" zieht, ist damit nur gemeint, dass es "wie ein Sturm" zieht.

 

 

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Aus "Wahlverwandschaften" von Johann-Wolfgang Goethe

"Wir hören von einer besondern Einrichtung bei der englischen Marine. Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten, sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, dass sie der Krone gehören."


Da beißt die Maus keinen Faden ab

Die umgangssprachliche Bedeutung dieser Redensart ist zunächst klar: Wenn die Maus keinen Faden abbeißt, ist eine Situation eben so, wie sie ist und man kann nichts daran ändern. Die Herkunft dieser Wendung ist allerdings sehr fadenscheinig und umstritten. So behauptet der Volkskundler Lutz Röhrich, dass ihr Ursprung etwas mit der Verehrung der heiligen Gertrud von Nivelles zu tun hat. Sie ist die Patronin der Früchte im Feld. Daher soll man am Tag der heiligen Gertrud (17.März) mit der Feldarbeit beginnen und die Hausarbeit wie Spinnen oder Nähen beiseite legen. Wer das Gebot missachtet, dem beißt die Maus den Faden ab.

Eine andere Erklärung ist da weitaus brutaler und geht auf ein altmodisches Mausefallen-Modell zurück. In einem Holzkästchen wurde ein Köder ausgelegt und davor ein Faden gespannt, damit die Maus nicht ungehindert an die Beute kam. Beißt die Maus den Faden ab, wird ein Federmechanismus ausgelöst und sie wird erschlagen. Beißt die Maus keinen Faden ab, ändert sich auch nichts an der Situation.

 

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Wissen, wo der Barthel den Most holt

 

Die Gläser plingen aneinander, es herrscht heitere Gemütlichkeit - so ein Glaserl Most in geselliger Runde kann ganz köstlich schmecken. Doch was hat der Most mit dem Barthel zu tun? Wer ist dieser Barthel überhaupt? Und warum sollte man wissen, wo er den Most holt?

Trauben und Äpfel sind geerntet und nach der ersten Kelterung - der ersten Presse - schwappt der Most in den Fässern. Es kann also nicht allzu schwierig sein, an diesen Most zu kommen. Doch Barthel, wer auch immer das ist, gilt als richtiger Schlaukopf - weil er offenbar einen Geheimtipp hat: Nur er weiß, wo man den Most holt. Für diese eigentümliche Redensart gibt es etliche Erklärungen.

Ohne Most nix los?

Hier hilft zum Beispiel ein Blick in die Gaunersprache. Dann wäre der Barthel gar kein Name, sondern das "barsel", das Brecheisen. Und der Most entspräche dem jiddischen "Moos", ohne das bekanntlich nix los ist - in der Gaunersprache heißt es "mäsz". Wenn das Brecheisen also weiß, wo der Most zu holen ist, ist zunächst einmal finanziell ausgesorgt - vorausgesetzt, man wird bei diesem "Holen" nicht erwischt ...

 

An Lostagen geht's los

 

Doch über die Herkunft der Redensart gibt es weitere Spekulationen. Sie taucht zum Beispiel bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf. Und da können die Bauernregeln weiterhelfen: Dem heiligen Bartholomäus ist ein Gedenktag gewidmet, der 24. August, ein Lostag für Fischer, Bauern und Winzer. Mit diesem Tag wurde der Fischfang in den Binnengewässern eröffnet und je nach Frucht ging die Ernte los. Für die Winzer war Bartholomäus sogar ein Patron, sozusagen ein "Weinheiliger".

 

Das Schlitzohr und sein Spezl

Doch Trauben oder Äpfel sind an diesem Termin noch nicht reif und noch sauer, so dass ein Winzer, der zu "Barthel" schon Most hat, ein rechtes Schlitzohr sein muss. Deshalb kennt man im Schwäbischen auf die Frage: "Wo holt der Barthel den Most?" die Antwort: "Beim Michel." Dabei handelt es sich nicht um seinen Spezl, sondern um den Heiligen Michael, dessen Gedenktag am 29. September ist. Und wiederum eine Bauernregel weiß: "Michaeliswein wird süß und fein."

Durchtriebene Schlaumeier, die Bescheid wissen

Anders gesagt, der Barthel weiß mit einem Blick auf die reifenden Früchte in den Nachbarsgärten schon Ende August, wo er den Most holen will - doch ernten wird er erst Ende September. Über einen, der alle Schliche kennt, der sich zu helfen weiß, alle Tricks und Kniffe kennt, regelrecht durchtrieben ist und als Schlaufuchs einfach leichter durchs Leben kommt - über einen Menschen, mit diesen Eigenschaften, sagt man noch heute anerkennend: Der weiß, wo der Barthel den Most holt. Doch sagt jemand zu Ihnen, "Dir will ich zeigen, wo der Barthel den Most holt!", haben Sie die Nerven Ihres Gegenübers über Gebühren strapaziert und hören nun sein letztes Wort.