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Südraum L.E.

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Artikel erstellt am: 07.12.2001
Südraum-LE 2001
  
  Exkursion in den Südraum Leipzigs am Umwelttag des Gustav - Hertz - Gymnasiums

Der Begriff "Südraum" wurde in den 80iger Jahren geprägt. Mit ihm sollte auf Probleme in der Region Leipzig - Pegau - Zeitz - Altenburg - Bad Lausick aufmerksam gemacht werden: die marode Industrie, der enorme Flächenverbrauch durch den Bergbau, zerfallende Bausubstanz, die Umweltproblematik u.a.

  Diese Probleme begann man nach der Wende zu lösen. Die Industrie wurde durch moderne Technik   verbessert und auch im Umfeld des Tagebaus waren Veränderungen zu verzeichnen. Ein Vergleich   zwischen einer geographischen Darstellung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dem heutigen   Südraum Leipzigs weist deutliche Unterschiede auf.   Neben den Tagebauen entstand eine Wald-   und Seenlandschaft, welche vor 100 Jahren noch nicht zu erahnen gewesen wäre. Das   Bergbauunternehmen MIBRAG sowie andere Firmen und Institutionen haben sich eine mehrfach   nutzbare und ökologisch wertvolle Landschaft zum Ziel gesetzt, um so das Umland wieder   nutzbar zu machen.   Mit einer Bewirtschaftung der Tagebauvorfelder, überwiegend durch Ackerflächen, gewinnt   der Boden an organischen Materialien, das Bodengefüge stabilisiert sich und das Interesse   landwirtschaftlicher Betriebe an den Flächen wird auf diese Weise geweckt.   Die Bepflanzung der industriellen Umgebung wirkt der Staubemission entgegen und erhöht   die Lebensqualität in tagebaunahen Gemeinden.   In diesen Gebieten werden zusätzlich forstwirtschaftliche Flächen angelegt, welche Schutz   und Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen bieten sollen. Von 1992 bis 2000 wurden so   56,3 ha Land um den Tagebau Schleenhain bepflanzt und die Begrünung wird auch in Zukunft   weiter betrieben werden.   

     
  Wir haben die Region "Südraum" während einer Exkursion am 13.11.2001 besichtigt und können   die Zusammenhänge zwischen Landschaft, Tagebau und Kohlekraftwerk nun besser verstehen.   Vor über 300 Jahren begann man mit dem unterirdischen Braunkohleabbau. 1930 stellte man den   Abbau unter Tage ein. 1953 wurden die Abbaufelder im Tagebau erschlossen.   Durch erstmaligen Einsatz von "Gurtbandförderern begann 1982 ein umfassende Automatisierung   des Braunkohleabbaus. Nachteil der Automatisierung ist der Verlust an manuellen Arbeitsplätzen.   Ohne Automatisierung könnte aber das Unternehmen der weltweiten Konkurrenz nicht standhalten.   Im Tagebau sind 250 Arbeitnehmer beschäftigt, die auf ein Schichtsystem verteilt sind.   Die Kohle wird von Schaufelradbaggern aus einer Tiefe von bis zu 100m hervorgeholt. Diese   Bagger können an einem Tag bis zu 60 000 m3 abbauen, das entspricht einer Förderleistung   von bis zu 10 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr.   Die Kohle wird über das Gurtbandsystem von insgesamt 30 km Länge transportiert. Sie gelangt   in das Kernstück des Kohletransportsystems, den Kohlemisch- und Stapelplatz.   Bis zu 400 000 t können hier gelagert, gesiebt und zerkleinert werden. Über das Bandsystem   gelangt die Kohle direkt zum Hauptabnehmer, dem Kraftwerk Lippendorf.   

  Nach einer ausgiebigen Rundfahrt durch den Tagebau folgte die Besichtigung eines der   modernsten Kohlekraftwerke der Welt, dem Kraftwerk Lippendorf. Der 2000 übergebene   Neubau besteht aus zwei Kraftwerksblöcken mit je 936 MW Leistung. Weit ins Land sichtbar   sind die enormen Kühltürme mit eine Höhe von 176m. Ein Drittel der Investitionen wurden   für den Umweltschutz getätigt. Die Kohle wird entstaubt, entschwefelt und die Verbrennungsprodukte   von Stickoxiden befreit.   Die ankommende Braunkohle gelangt ins Kohlelager, wird zerstäubt und in Öfen verbrannt.   Dampf treibt mächtige Turbinen an, welche den Strom erzeugen. Vor Überhitzung schützt   Kühlwasser. Der Strom wird über ein Umspannwerk in das Stromnetz eingespeist.   

  Der anschließende Besuch des Tagebaus Zwenkau offenbarte uns deutlich die gewaltigen   Einschnitte in die Landschaft durch die Braunkohleförderung. Außerdem wurden uns die   Unterschiede zwischen Brückenförderung und Gurtbandförderung verdeutlicht. Die Zwenkauer   Förderbrücke war zum Teil gesprengt und damit auch ein riesiges Industriedenkmal.   

  Es sieht so aus, als ob das Zeitalter der großräumigen Gewinnung fossiler Energieträger   in dieser Region abgeschlossen ist. Die Frage nach der Abdeckung der energetischen   Bedürfnisse im rohstoffarmen Deutschland wird aber auch in Zukunft immer wieder neu   beantwortet werden müssen.   
  Wir bedanken uns besonders bei Herrn Klein vom Umweltinformationszentrum für die   umfassende Organisation dieser interessanten Tour.   
  Mike Schulze   
  Patrick With   
  Marcus Buschner   
  Dirk Suswedyk   

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