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Artikel erstellt am : 14.11.2013

Jugendpresse

Mannheim. Ein Saal, ein Mann, 125 Schüler und nur eine Frage, die wir uns alle stellten: Was erwartet uns? So begann für auserwählte Schüler aus ganz Deutschland der 132. Jugendpressekongress der young leaders GmbH. Prof. Dr. Reinhard Werner, Diplom-Psychologe aus Berlin, steht vor dem Rednerpult im Plenarsaal und blickt in die Augen hunderter Jugendlicher, die gespannt auf ihren Sitzen hin und her rutschen. Es ist bereits 22 Uhr und die Letzten huschen durch die Gänge um noch einen Platz zu finden. Als endlich alle sitzen, beginnt er zu sprechen. "Es hat einen Grund, dass sie alle hier sind" sagt er. "Sie kennen JUGEND debattiert, JUGEND schreibt, JUGEND liest? Nun, man könnte sagen, wir sind JUGEND führt." Alle schmunzeln. Seine Rede hält weiter an: "Sie alle sind hier, weil ihre Lehrer, ihre Betreuer sie für fähig halten, weil sie etwas besitzen, dass einem entweder in die Wiege gelegt wird.. oder eben nicht!

Führungskraft!" Spätestens nach diesem Satz haben wir alle begriffen, dass es mehr ist, als nur ein 'Pressekongress' und dass wir mehr als nur Schüler sind. Wir sind junge Menschen, die noch ihr gesamtes Leben vor sich haben und bereit sind, mehr zu tun, als von einem verlangt wird, über das eigene Umfeld und das eigene Interesse hinaus. In diesem Saal sitzen mehr als 125 Schulsanitätshilfen, Schülersprecher, Kurssprecher, Schülerzeitungsredakteure, CVJM-Helfer und, und, und. Alle zwischen 15 und 19 Jahren alt. Das ist es was uns ausmacht: Engagement. Während der Professor eine inspirierende Ansprache über soziale Kompetenzen und Leistungsforderungen hält schaue ich mich um.

Von meinem relativ zentralen Platz aus sehe ich meine bereits neu erworbenen Freunde: Alexander aus Niederbayern, Franzi und Mirjam aus Darmstadt, Antal aus Kiel und Maxi und Henrik aus Hannover. Wir trafen uns zufällig am Mannheimer Bahnhof und stellten in unserer Verzweiflung darüber, dass wir die falsche Straßenbahn genommen hatten, fest, dass wir zusammen gehörten. So gingen wir die Reise zum Bildungszentrum der Bundeswehr, in der die 3-tägige Veranstaltung stattfinden sollte, gemeinsam an. Trotz 4 verschiedener Dialekte, worunter das Bayrische jedoch durchaus als eigene Sprache anerkannt werden könnte, verstanden wir uns prächtig und tauschten uns über unsere Qualifikationen und Interessen aus. Herr Werner nennt dies 'Networking'- die gelungene Methode des Kontakteknüpfens zum eigenen Vorteil, denn schließlich kann es nie schaden, Freunde in ganz Deutschland zu haben. Nachdem wir angekommen waren, in die unterschiedlichen Medien-Gruppen PR-Zeitung, Kongressradio, Webmag und TV eingeteilt wurden und den Professoren und Leitern lauschen durften gingen wir erschöpft auf unsere Einzelzimmer, gespannt darauf, was der nächste Tag bringen würde. Spannung und Neugier waren, wie der darauffolgende Samstag zeigen würde, nicht unbegründet. Der Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstück, das uns für die kommenden Aufgaben stärken sollte. Vorbereitet ging es in die jeweiligen Gruppen, begleitet von zwei Teamern, alt eingesessene young leader, welche uns während unseres Aufenthalts übers Wochenende betreuen sollten. Wir begannen mit einem Workshop zum praktischen Handwerk des Journalismus. Auf Deutsch bedeutet das soviel wie 'Wie schreibe ich richtig?'. Wir lernten einiges darüber, wie man einen Artikel richtig gliedert und noch wichtiger, wie man ihn beginnt, auf welche Schwerpunkte man bei dem Erstellen eines Beitrags achtet und welche Informationen oberste Priorität haben. Zu meinem Erstaunen unterscheidet man zwischen vielerlei Textsorten mehr als ich gedacht hätte, zudem auch noch auf eine sehr komplizierte Art und Weise, die nicht unbedingt auf Anhieb zu verstehen ist. Zur Verfügung stand uns die freie Jounalistin Cornelia Stenzel-Zenner, eine höchst sympathische Frau, sowie Frau Meinert, Redakteurin bei der Tageszeitung 'Die Welt' sowie zwei Fernseh- und Radiomoderatoren. Nach einer weiteren Rede des Herrn Dr. Werner zum Thema 'Zukunftsstrategien im 21. Jahrhundert' gab es eine eingeplante Überraschung: Action live! Man nehme also eine Teilnehmerin des Kongresses, stecke sie in ca. 40 kg schwere Feuerwehrklamotten und lasse sie einen angeschlossenen Wasserschlauch auf dem rund 5 Bar Druck liegen, halten und schalte das Wasser an et voilá, action pur. Alle Zuschauer bekamen eine tolle Wassershow zu sehen.

Es folgte eine Präsentation der Jugendmarketingvorsitzenden der Bundeswehr Astrid Henke und dem dazugehörigen Abteilungsleiter Rainer-Maria Schwalbe. Anschließend begaben wir uns zur sogenannten Medienbörse, eine Infostand-Sammlung der Bundeswehr. Dort erarbeiteten wir, in dem Falle meine PR-Gruppe und ich, eine PR-Zeitung für die Bundeswehr, in welcher wir intensiv darauf eingingen, welche Karrieremöglichkeiten geboten werden, von der militärischen bis zur zivilen Laufbahn hin, wie lukrativ und ebenso aufregend eine Ausbildung oder ein Studium bei der Bundeswehr sein kann und wer dafür verantwortlich ist, junge Interessenten auf den richtigen Weg zu geleiten. Jede 2-3 Mann Gruppe erstellte einen Beitrag, welcher anschließend in der Zeitung abgedruckt werden sollte. Zum Erstellen dieses Beitrages bekamen wir, inklusive Kaffeepause, knapp 3,5 Stunden Zeit. Glücklicherweise verlief alles reibungslos, so dass wir rechtzeitig fertig waren um unsere Taschen zu packen und uns herauszuputzen, denn nach der Bearbeitungszeit sowie der Präsentation des Filmes aus der TV-Gruppe begaben wir uns ins 5-Sterne Dorint-Hotel, in dem uns ein Presseabend mit wahnsinnig tollem Menü erwartete. Es wurde gelacht, es wurden Kontakte geknüpft und nicht zuletzt lies man den Abend in einem kleinen Irish-Pub irgendwo in der Mannheimer Innenstadt ausklingen. Ein aufregender Tag ging zu Ende und insgeheim wünschte man sich, es wären doch noch ein paar Tage mehr gewesen. Am nächsten Morgen werteten wir lediglich noch unsere, im übrigen äußerst gelungene und hochgelobte, PR-Zeitung aus, unterhielten uns mit den Profis und begutachteten das zweite entstandene Produkt der TV-Gruppe. Wehmütig aber entschlossener denn je verließen wir das Bildungszentrum und somit auch Mannheim.

Was ich aus diesem Ereignis mitnehme ist wesentlich mehr als nur gesammelte, journalistische Erfahrungen. Ja, ich würde fast sagen, ich besitze ein neues Bewusstsein. Bewusster zu werden, gegenüber sich selbst , seinen Schwächen und vor allem seinen Mitmenschen, dass ist es was einen young leader ausmacht und von fort an bin ich einer von ihnen. Und ich bin stolz darauf!

-Sabah-

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